Radtour zu den rätselhaften Hünengräbern
Eine Zeitmaschine hat man noch nicht erfunden, aber wenn ich vor manchen Erscheinungen stehe, kommt ein seltsames Empfinden in mir auf. Es ist so ein Druck in meinem Kopf, dass man versucht das Ablassventil zu finden. Man hat das Gefühl, der Vergangenheit selten so nah gewesen zu sein.
Dieses Gefühl hatte ich auch auf der Hünengräber Radtour. Nicht das der Guide wie ein Neandertaler aussah. Nein, es war die zum anfassen nahe Faszination, die von den Grabanlagen ausging. Aber der Reihe nach…
Alles fing mit einer idyllischen Radtour durch beeindruckende Landschaften an. Vor uns schlängelte sich das teils graue, teils goldene Wegesband durch die Wellen schlagenden Getreidefelder. Wie auf einem Kinderbild sind die Felder durchsetzt mit bunten Farbklecksen der unterschiedlichsten Wildblumen. Feldlerchen begleiten uns mit ihren Strophen immer weiter durch die Farbenpracht. Nach einigen leichten Hügeln erreichten wir ein Stück Grünland mit locker eingestreuten Baumgruppen. „Das sollen die Hünengräber sein“, fragt mein Nachbar sichtlich ernüchtert und spricht uns damit aus der Seele. „Keine Sorge, von hier sieht man noch nichts. Aber gleich an den Gräbern wird sich das ändern…“. Schnell suchen wir das erste Grab auf. Der Anblick lässt alle Sorgen in der Sonne vertrocknen. Von den Erzählungen des Guides getragen schweben wir ein in eine längst vergangene Zeit. Bildlich tauchen die Menschen mit ihren Steinwerkzeugen und Trichterkrügen hinter den Eichen vor uns auf. Je mehr wir erfahren, desto mehr wollen wir wissen. Wir laufen ein Grab nach dem anderen ab und hoffen bei jedem, dass es noch nicht das letzte war.
Nach einer ausgedehnten Rast machen wir uns aber dennoch auf den Heimweg nach Göhren.
Der Ausflug war eine Zeitreise, die ich nicht mehr missen möchte.